Weiterbildung zur / zum Suchttherapeut:in
psychoanalytisch (PA)

Die Psychoanalyse ist ein sich ständig erweiterndes wissenschaftlich fundiertes Therapieverfahren, welches die Entwicklung intrapsychischen und interpersonellen Erlebens und Verhaltens der Persönlichkeit auf der Grundlage einer differenzierten Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie betrachtet. Sie beschäftigt sich mit der Interaktion zwischen bewussten und unbewussten Prozessen und vollzieht das gesunde oder gestörte intrapsychische Erleben sowie das (dys-)funktionale intrapsychische und interpersonelle Verhalten und die Beziehungsdynamik nach. 

Für das Verständnis der Abhängigkeitserkrankung postuliert die Psychoanalyse eine Pathologie auf dem Hintergrund der Konflikt- und Entwicklungspathologie entstandene Grundstörung. Die Psychoanalyse macht die Psychodynamik und die Struktur süchtigen Geschehens verstehbar und bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Aspekte gestörten Erlebens und Verhaltens in den Fokus zu nehmen. Die kompensierende Wirkungen des Suchtmittels oder des abhängigen Verhaltens sowie deren Folgen, die in einer destruktiven Spirale bio-psycho-sozialer Handicaps münden, werden somit verstehbar.

Aktuelle Kursangebote

Inhalte der PA-Weiterbildung

In der Weiterbildung zur / zum Suchttherapeut:in psychoanalytisch werden den Teilnehmer:innen einschlägige Theoriemodelle und Konzepte der Psychoanalyse (psychoanalytische Entwicklungspsychologie, allgemeine Neurosenlehre, Lehre von den präödipalen Störungen) vermittelt. Darüber hinaus erlernen sie die Psychoanalytisch-Interaktionelle Therapiemethode. Die Psychoanalytisch-Interaktionelle Methode ist aus den Erkenntnissen der Triebtheorie, der Ich-Psychologie, der Selbstpsychologie und der Objektbeziehungstheorie abgeleitet und wurde speziell für die Therapie struktureller Störungen abhängigkeitskranker Rehabilitand:innen entwickelt. Die Interventionen zielen darauf ab, eine reifere Regulierung des Verhaltens, realistische Sichtweisen auf das Umfeld und eine bessere Gestaltung der Beziehungen zu entwickeln. 

Die Psychoanalytisch-Interaktionelle Methode verlangt von der Person der / des Therapeut:in die Bereitschaft zur Übernahme der spezifischen therapeutischen Haltung im emotionalen Dialog mit der / dem Rehabilitand:in und das Erlernen der speziellen Interventionstechnik, des „Prinzips Antwort“ statt des „Prinzips Deutung“ in der klassischen Psychoanalyse. So gestaltet sich der therapeutische Prozess im „Hier und Jetzt“ in repressionsfreier Interaktion.

Vor diesem Hintergrund kommt der Selbsterfahrung in der psychoanalytischen Weiterbildung zur / zum Suchttherapeut:in eine hohe und unverzichtbare Bedeutung zu. Sie ist neben Theoriearbeit und Supervision eine der drei tragenden Säulen der Weiterbildung.

Um zur Weiterbildung zur / zum Suchttherapeut:in zugelassen zu werden, müssen die potentiellen Teilnehmer:innen zu einer der unten genannten Zielgruppe gehören und die folgenden Zulassungsvoraussetzungen erfüllen.

Anerkennung durch die Deutsche Rentenversicherung Bund

Die Weiterbildung zur / zum Suchttherapeut:in – psychoanalytisch wurde erstmals 1993 von der Deutschen Rentenversicherung Bund (ehemals Verband Deutscher Rentenversicherungsträger) als Qualifizierung zum Gruppen- und Einzeltherapeuten im Tätigkeitsfeld der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker zur Anerkennung empfohlen. Nach einem positiv verlaufenen zweijährigen Prüfprozess haben die Deutsche Rentenversicherung und die Gesetzliche Krankenversicherung am 08.05.2017 erneut die Empfehlung zur Anerkennung für das vorliegende Curriculum der Weiterbildung zur / zum Suchttherapeut:in – psychoanalytisch ausgesprochen. Es ist seitdem von der Deutschen Rentenversicherung und der Gesetzlichen Krankenversicherung als geprüftes Weiterbildungscurriculum nach den Auswahlkriterien zur Prüfung von Weiterbildungen für Gruppen- und Einzeltherapeuten im Tätigkeitsfeld der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker gemäß den Anlagen 1 und 2 der Vereinbarung „Abhängigkeitserkrankungen“ vom 04.05.2001 in der Fassung vom 23. September 2011 gelistet.

Zeitaufwand

Die Weiterbildung zur / zum Suchttherapeut:in – psychoanalytisch erstreckt sich über drei Jahre und findet berufsbegleitend statt. Die Präsenzzeiten betragen insgesamt 600 Unterrichtseinheiten, die in 15 Blockseminaren mit je 40 Unterrichtseinheiten montags bis freitags stattfinden. Ein Wochenseminar wird in einer Fachklinik der stationären medizinischen Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen durchgeführt, so dass die Teilnehmer:innen die Möglichkeit der Hospitation bei Einzel- und Gruppentherapien haben.

Benötigte Unterlagen

Wenn Sie sich um einen Weiterbildungsplatz bewerben möchten, bitten wir um Übersendung folgender Unterlagen (gerne auch per E-Mail). Bitte beachten Sie, dass ausschließlich PDF- und JPG-Dateien zulässig sind. Sie können maximal 4 Dateien versenden.

  • ausgefüllte online Anmeldung
  • tabellarischer Lebenslauf mit Lichtbild
  • Geburtsurkunde
  • für Ärzt:innen: Kopie der Approbation als Ärztin oder Arzt
  • für Psycholog:innen: Kopie der Diplom- oder der Master-Urkunde des Abschlusses als Psycholog:in
  • für Sozialarbeiter:innen und Sozialpädagog:innen: Kopie der Diplom- oder Bachelor-Urkunde des Abschlusses als Sozialarbeiter:in oder Sozialpädagog:in und Urkunde der staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter:in oder Sozialpädagog:in
  • Bestätigung des Arbeitgebers über die Anstellung in einer von DRV / GKV anerkannten ambulanten, ganztägig ambulanten oder stationären Einrichtung der medizinischen Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen in einem Umfang von mindestens 19,5 Wochenstunden
  • Zustimmung zur Weiterbildung durch den Arbeitgeber
  • Bestätigung des Arbeitgebers, dass die Möglichkeit besteht, kontinuierliche Einzel- o. Gruppenbehandlungen während der Weiterbildungszeit durchführen zu können
  • Kurz-Konzeption der Einrichtung, z. B. Flyer
  • Beschreibung des Arbeitsplatzes

Unterlagen zum Herunterladen

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